Zucht – eine plötzliche Eingebung oder ein langer Prozess?

Durch die Freundschaft mit einer Familie, die im VDH Deutsche Doggen züchtete, ist mir schon lange vor dem Einzug unseres ersten Hundes die Bedeutung von verantwortungsvoller Zucht bewusst gewesen.

Ich fand es als Jugendliche sehr spannend zuzuhören, wenn die Doggenzüchterin von geplanten Verpaarungen erzählte, die Risiken gegen die positiven Aspekte abwog und auch sehr lange Wege auf sich nahm, um zum passenden Deckrüden zu fahren. Ich bewunderte das Engagement und das Wissen, welches hinter der planvollen Zucht lag.

Schon früh habe ich gespannt zugehört, wenn bei befreundeten Hovawart-Züchtern ein Wurf geplant war und bin sehr gerne einfach mal zum „Kuscheln“ zu den Würfen gefahren. So bildete sich eine Vorstellung davon, wie ich es selber machen würde wenn ich selbst züchten würde. Durch meine Ausbildung zur Körmeisterin in der HZD durfte ich dann an vielen Wurfabnahmen teilnehmen und meine Idee, wie eine Zucht in unserem Hause aussehen könnte wurde immer konkreter.

Mit Basha haben wir erstmals einen Hund ausgesucht, bei dem der Zuchtgedanke in die Auswahl der Verpaarung einfloss. Wir wollten uns zwar keine Zuchthündin kaufen aber die Option darauf, mit ihr in die Zucht zu gehen, sollte vorhanden sein.

Basha stammt aus der Zucht von Claudia und Peter Horstmann, die Mutterhündin Juna von der Rammelburg ist eine temperamentvolle und sehr souveräne, großrahmige, schwarze Schönheit und stammt aus dem Osten der Republik. Der schwarzmarkene Papa Carlson, Clark vom Ellenbach stammt aus einer bekannten Zucht aus Norddeutschland, deren Hunde ich schon sehr lange kenne und deren Wesen mich immer wieder begeistert. Die Verpaarung versprach gesunde, temperamtenvolle und ehrliche Hunde mit Selbstbewusstsein und Nervenstärke, sowie hervorragende Nasen.

All das und noch viel mehr finden wir bei Basha. Diese Maus bezaubert uns jeden Tag aufs neue und bringt so viel Liebe und Lachen in unser Leben, dass wir bei den Eindruck haben, solche Hunde wie sie, sollten in der HZD gezüchtet werden. Wenn also alles so läuft wie wir es uns wünschen, wird Basha im Frühsommer 2016 das erste Mal Welpen haben und diese mit ihrem sicheren und liebevollen Wesen prägen. Gouvernante Mücke wird sicherlich dafür sorgen, dass die Kleinen auch den notwendigen Schliff bekommen, denn sie ist eine strenge aber liebevolle und überaus vorsichtige „Fräulein Rottenmeier“

Was muss man im Vorfeld leisten, um in der HZD züchten zu dürfen?

1. Unabhängig davon, ob man bereits eine Zuchthündin hat oder nicht, muss man Zwingerschutz beantragen. In unserem Falle haben wir uns für die folgenden vier Zwingernamen entschieden und hoffen, dass wir einen davon, am liebsten den ersten, genehmigt bekommen:

  • aus der Bremer Schwei
  • von der Jünglingshöhe
  • vom Lesumufer
  • aus Knoops Park

2. Man muss zeitnah mindestens ein „Erstzüchter-Seminar“ belegt haben, in dem Zuchtwarte praxisnah lehren, was man als Züchter wissen muss.

  • das Seminar, geleitet von Anja Sendes Domin, war unterhaltsam und interessant. Alle relevanten Themen wurden angespochen und es sind mir noch ein paar neue Ideen gegeben worden.

Weiterführende Seminare zu verschiedenen Themenbereichen werden von der HZD über das Jahr verteilt angeboten und ich werde sie gerne und mit großem Interesse besuchen. Mehrere Spezialseminare hatte ich im Vorfeld schon besucht.

Seit dem 09.11.2015 steht fest, dass der zweite Name auf der Liste genehmigt wurde und unser Zwingername „Hovawarte von der Jünglingshöhe“ lauten wird

3. Durch die zuständige Zuchtwartin wird nach Erteilung des Zwingerschutzes und vor dem ersten Wurf eine Wurfstättenbesichtigung durchgeführt. Hier wird genau überprüft ob die Voraussetzungen für die gute Aufzucht eines Wurfes gegeben sind. Die Zuchtwartin vermisst die Größen des geplanten Welpenraumes oder Auslaufes im Haus, prüft den Garten und die Größe des Außenauslaufes, gibt Verbesserungstipps und ordnet ggf. Veränderungen an.

  •  am 03.12.2015 war die Zuchtwartin Sonja Grommé bei uns und hat Haus und Garten in Augenschein genommen. Es spricht nichts dagegen, die Welpen so wie geplant aufzuziehen. Wir freuen uns sehr.

4. Die künftige Zuchthündin muss mindestens zwei Schauen, mit mindestens der Bewertung „sg“ absolviert haben, muss mindestens Verhalten III bestanden haben und ein Gutachten über eine gesunde Hüfte, derzeit mindestens B vorweisen. Dann darf sie zur Körung gemeldet werden, die sie bei einem anderen Körmeister als dem von Verhalten III bestehen muss. Nach bestandener Körung hat die Hündin alle Voraussetzungen für die Zucht erfüllt.

  • Basha hat inzwischen an vielen Schauen teilgenommen und bei allen ein sg, teilweise sogar mit Platzierung erhalten
  • Verhalten II, Verhalten III und Körung hat Basha mit riesig viel Freude durchlaufen und bestanden
  • Bashas Hüfte ist beidseitig mit A1, dem bestmöglichen Ergebnis beurteilt worden
  • zusätzlich haben wir Rute und Ellenbogen röntgen lassen und auch sind hier keine Abweichungen festgestellt worden.
  • Die Beurteilungsbögen für die Zuchtzulassungsüberprüfungen findet man hier
  • Die Berichte der Zuchtrichter findet man hier
  • Die Schilddrüsenuntersuchung ist unser nächster Schritt und dann können wir die Zuchtzulassung beantragen.

Nachdem uns nun auch bestätigt worden ist, dass Bashas Schilddrüse gesund ist, können wir für sie die Zuchtzulassung beantragen.

  • seit dem 21.11.2015 haben wir die Zuchtzulassung vorliegen

Ein paar freiwillige Untersuchungen stehen noch aus, aber damit haben wir keine große Eile und werde sie im Laufe des Winters durchführen lassen.

Wir freuen uns sehr, dass es bisher alles so wunderbar glatt gelaufen ist.